Zandvoort aan Zee – Meeresrauschen, Dünenlandschaften und Motorsport

29. Juli 2020

Die ganz spontane Entscheidung doch noch einen Tag am Meer zu verbringen hatte ich, als ich bereits um 7 auf Entdeckungstour in Haarlem war und bei schönstem Sonnenschein 2h später an der Busstation entlang lief, die einen nach Zaandvoort bringt. Also rein in das Ding und ab zum Meer!


Anreise

Von Haarlem mit dem Zug sind es 5 Minuten, dafür kostet es aber um die 5€. Mit dem Bus Nummer 80 kostet es nur knapp 3€, man braucht aber auch 20 Minuten. Ich hab Zeit aber kein Geld also klar was ich da wähle ?

Der Bus hält genau in der Innenstadt am Albert Heijn.

Innenstadt

Hm, also wegen ner schönen Stadt kommt definitiv keiner her. Hier wurde Bausündenmäßig alles falsch gemacht was man falsch machen kann. Der eigentlich ganz niedliche kleine Ort wurde wahrscheinlich in den 70/80er Jahren als die Holland Reisewelle los ging, zubetoniert mit hässlichen Hochhäusern. Äußerst unschön!


Es gibt aber noch ein hübsches altes Stadthaus und ein paar schöne Wohnhäuser vor allem am Ortseingang.


Aber zum Glück kommen ja alle wegen ganz anderen Dingen, wie zum Beispiel:

Die Nordsee

Der Sommer 2020 ist im Vergleich zu den letzten Jahren viel kühler und abwechslungsreicher. War es gestern noch recht warm aber regnerisch, gibt es heute blauen Himmel mit mehr oder weniger großen Schäfchenwolken, dabei weht ein Sturm mit zarten 16 Grad. Brrrr.
Aber dafür gibt’s tolle Wellen und noch tollere Kite Surfer zu bestaunen.


Ich bin bereits dreiviertel 10 am Strand. Herrlich ruhig, schönes Licht und die Einwohner des Center Parcs und der witzigen Bungalow Siedlung, direkt am Strand, erwachen gerade zum Leben. Und ich sitze mit meinem Albert Heijn Frühstück auf einer Bank, gucke auf die Wellen und bin unendlich glücklich.

Formel 1 Strecke

Ich bin absolut nicht Rennsport interessiert, deshalb hatte ich auch keinen Schimmer das es so etwas wie den großen Preis von Holland in der Formel 1 gibt und das die zugehörige Rennstrecke in Zandvoort liegt. Erst beim Blick auf maps.me wunderte ich mich über die komisch geformte Straße zwischen den Dünen.

Und da ich eh schon in der Richtung unterwegs war, machte ich einen kleinen Abstecher zur Besuchertribüne. Ich hatte Glück, das da sogar einige Rennwagen auf der Strecke waren. Einerseits hatte ich das Gefühl als wenn man sich da einen Wunsch erfüllen könnte und selbst mal fahren kann aber andererseits war da auch ein Kamerateam und einige nahmen die Kurven so professionell, dass ich mir nicht sicher bin bei was ich da eigentlich zugesehen habe.


Aber dennoch muss ich sagen, irgendwie spannend das Ganze, vor allem auch wegen der Lautstärke der Autos. Dazu kam noch das die Tribüne den Sturm abschirmte und man herrlich in der Sonne saß und so kam es, dass ich mindestens eine ganze Stunde hier verbracht habe.


Wasserleitungsdünen

Das riesengroße abgesperrte Areal kann für 1,50€ (Verkauf über einen QR Code, welcher am Eingang angebracht ist) begangen werden.

Neben der herrlichen Ruhe, kleinen Wasserläufen und vielen Dünen erwarten einen jede Menge Hirsche und andere Tiere wie Kaninchen, Mader und Füchse.


Kletterdüne

Von Weitem sieht man Richtung Strand ein paar ziemlich hohe Dünen und weiß, dahinter liegt das Meer. Was ist also die logische Schlussfolgerung? Genau, hoch da!

Hat sich doch jemand mitten in den Dünen einen Garten angelegt. Keine Ahnung wie das auf dem Sandboden funktioniert.


Die meisten Dünen sind abgesperrt und dürfen nicht betreten werden. Wenn man aber dem Radweg Richtung Den Haag ein Stück folgt, dann gibt es einen Abzweig auf eine der hohen Dünen. Von unten sieht das Ganze gar nicht so hoch aus aber jeder der mal auf eine Düne hoch gelaufen ist, weiß wie unheimlich anstrengend das Unterfangen wegen dem Sand ist, der immer wieder unter den Füßen weg rutscht. Man kommt also auf dem Weg nach oben ganz schön ins schwitzen.


Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick auf der Meer, Zandvoort und in der anderen Richtung kann man auch schon den Hafen von Rotterdam entdecken.


Auch wenn es hier oben noch stürmischer ist, sobald man sich in die Dünen hinein legt, fegt der Wind über einen hinweg und man kann mit Blick aufs Meer ein bisschen sein Leben genießen.

Strandaktivitäten

Was ich in Europa zum ersten Mal hier gesehen habe ist, dass man mit seinen Auto am Strand lang fahren kann. Ich dachte das war ein weltweites Highlight auf Fraser Island in Australien und am 90mile Beach in Neuseeland aber nein, in Holland wird auch übern Sand gefahren.

Fand ich in dem Fall aber recht gefährlich weil unzählige Kinder am Strand waren und viele Kiter mit ihren Drachen dort geübt haben.


Kites sind ja auch eine faszinierende Sache. Ich habe ein paar Teenager beobachtet, wo der eine dem anderen gerade beigebracht hat wie man so einen Lenkdrachen am besten steuert. Die Jungs sind dabei fast vom Boden abgehoben obwohl das ein recht kleiner Drachen war im Vergleich zu deeinem richtigen Kite.


Auf jeden Fall gibt es einiges zu beobachten wenn man sich ein bisschen in den Sand legt und eben nicht wegen 16 Grad Außentemperatur und Starkwellen baden gehen kann, wie es sonst hier wahrscheinlich alle im Sommer machen würden.


Fazit

Zaandvort an sich ist keine Schönheit aber es ist halt ein Ort am Meer.

Am Meer sein wird einfach niemals langweilig. Ich liebe es stundenlang einfach nur auf die Wellen zu starren. Meine Art der Meditation.

Wer also in Amsterdam oder Haarlem ist und mal wieder die Wellen rauschen hören will, der kommt nach Zandvoort aan Zee.


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