Der Schafberg – das WOW im Salzkammergut


20. August 2020

Ich hatte vor ein paar Wochen eine Reisereportage zum Schafberg gesehen und ab da war klar – da will ich auch hoch!

Anreise

Donnerstag versprach ein Bilderbuchsommertag zu werden und so konnten wir uns schon denken, dass es auf dem Berg voll werden würde. Deshalb fuhren wir bereits gegen halb 10 zur Talstation und bekamen tatsächlich auch noch einen Parkplatz (Tagesticket 10€).

Wenn man ganz früh dran ist, dann kann man Glück haben und noch einen Parkplatz genau an der Seepromenade am Schiffsanleger für nur 4€ am Tag bekommen.

Wenn man viel Zeit, einen trainierten Körper und einen starken Willen hat, dann kann man in ca. 4 h hoch laufen. Da wir das bekanntlich nicht haben, nahmen wir die spektakuläre Schafbergzahnradbahn.



Das Ganze kostet 40€ für die 40 minütige Fahrt auf den Berg und zurück. Nicht gerade wenig aber ich persönlich finde, dass sich der hohe Preis lohnt, denn schon allein die Fahrt mit der alten Zahnradbahn auf den sehr steilen Berg ist ein absolutes Erlebnis.

Es ruckelt ordentlich wenn sich die Bahn den Berg lang hoch schaukelt aber man wird mit einem einzigartigen Blick auf den Wolfgangsee belohnt. Außerhalb von Viruszeiten, fährt die Bahn laut Fahrplan eigentlich nur einmal die Stunde aber da sie angeblich die Bahn nicht so voll quetschen können (wir fanden es dennoch sehr voll), fährt sie vormittags aller 15 Minuten und bei unserer 10:10 Fahrt waren sogar 2 Bahnen im Einsatz.



Nach ca. 2/3 der Zeit gibt es einen kurzen Zwischenstopp auf einer Alm, wo man schon aussteigen könnte und den Rest auf den Gipfel laufen (ich glaube aber das das nicht günstiger wäre).



Als wir hier ankamen, war gerade eine Kuh ausgebüchst und graste friedlich an den Schienen. Der Zugbegleiter und Lokführer versuchten sie wieder einzufangen. Vergeblich. Was für ein lustiges Schauspiel. Zugbegleiter so „ey Kuh, geh wieder hinter die Absperrung“- Kuh:“nö, auf der Seite ist das Gras viel grüner“ 😀



Auf der anderen Seite tat sich bereits ein atemberaubender Blick in die Alpen auf. Wow!



Oben angekommen musste natürlich erst mal ein Foto vom Zug mit Schafberghaus her.



Haus Schafbergspitze

Da wir sehr zeitig aufgestanden waren und schon wieder Hunger hatten, setzten wir uns gleich zum Mittagessen ins Schafberghaus und genossen erst mal ein kühles Getränk mit einer atemberaubenden Aussicht bevor wir uns über die österreichischen Leckereien her machten.



Die Preise sind hier oben nicht teurer als in jedem beliebigen Restaurant unten. Nicht günstig aber dennoch noch recht bezahlbar. Man könnte auch für 100€ pro Person eine Nacht im Hotel hier verbringen. Was ich gar nicht so teuer finde wenn man bedenkt, dass die inkludierte Bahnfahrt ja schon 40€ kostet. Allerdings hat man halt keine Wettergarantie und eine spontane Buchung ist hier oben sicher eher nicht möglich. Wäre aber sicher super spannend eine Nacht hier oben zu verbringen. Die Ruhe und die Stimmung zum Sonnenauf und -untergang muss herrlich sein.

Panoramaweg

Von hier kann man dann den Panoramaweg starten und staunen. Für uns Flachländer ist es einfach immer wieder atemberaubend auf ein 360 Grad Bergpanorama zu gucken. Und hier oben ist es besonders aufregend wenn man bedenkt, wie steil es hinter der Absperrung den Felsen lang runter geht.



Man findet hier auch den berühmten Aussichtspunkt, den man überall sieht, wenn man die Location googelt.


Die meisten Leute stürmen am Ende zum Gipfelkreuz zur

Himmelspforte

Ich kann euch gleich sagen – hier war ich nicht, denn schon der Anblick dessen von oben bescherte, mir Höhenangstler Puddingbeine und Schweißhände. Auf dem Weg zum Gipfelkreuz gibt es die sogenannte Himmelpforte, eine Art schmalen Pfad, wo es auf beiden Seiten ein paar hundert Meter in die Tiefe geht. Zudem ist es genau an der Stelle auch besonders voll und die Kombination aus Menschenmengen und Absturzgefahr ist definitiv nichts für mich.



Ich hatte aber vorher auf einem Blog von einer Art kleinem Geheimtipp gelesen (geheim ist es definitiv nicht aber dennoch sehr viel weniger voll), der

Spinnerin

Die Spitze des Nachbarberges kann nämlich auch bestiegen werden, also wenn man schwindelfreier ist als ich, denn das Ganze sieht so aus!



Dennoch lohnt es sich erst Mal in die Richtung zu laufen. Ihr müsst hierzu hinter der Bahn in die entgegengesetzte Richtung vom Schafberghaus laufen. Das Fotomotiv was ihr von dort bekommt ist einfach nur WOW!



Ich persönlich denke ja, dass es immer spektakulärer ist, auf eine tolle Ansicht zu schauen als von dort herunter. Ich meine, wenn du da oben stehst, dann siehst du auch nur das Tal, welches wir ja bereits vom Schafberg gesehen haben aber wenn du auf den Berg guckst, dann sieht du wie die kleinen Menschen da alle spektakulär am Abgrund stehen.


Ich konnte jedenfalls meinen Blick einfach nicht abwenden, weil so eine Ansicht hatte ich vorher noch nie. Allerdings hatte ich die ganze Zeit Schwitzehändchen weil ich mir immer vorstelle, wie einer beim Selfie machen einen Schritt zu weit in die falsche Richtung geht.



Talfahrt

Wenn man unten den Zug bucht, dann muss man bereits die Uhrzeit angegeben wann man wieder zurück fahren will, was ich eigentlich ganz gut finde. Man kann aber, wenn man merkt, man braucht länger, auch in der Bergstation seine Zeit ändern. Wir waren ein bisschen über 3 h oben, was absolut gereicht hat inklusive Mittagessen und im Gras chillen.



Die Talfahrt war etwas stressig weil auf meiner Seite bei 30 Grad die Sonne ins Fenster ballerte und irgendwas ständig quietsche. Dennoch genossen wir noch mal die Aussicht auf den Wolfgangsee.



Fazit

Ein absolutes Must See bei gutem Wetter. Ich hätte mir das von unten alles gar nicht so spektakulär vorgestellt und hätte wahrscheinlich gar nicht hoch gewollt wenn ich nicht den Reisebericht gesehen hätte. Bin aber so froh, dass wir doch den Weg hier hoch gefunden haben, denn es ist ein absolutes „once in a lifetime“ – Erlebnis!



Hinterlasse einen Kommentar