Dirty Dörte Alpine Days – Österreich

zum ersten Teil unserer Reise durch die Schweiz kommst du hier.

Fürstentum Lichtenstein – 6. kleinster Staat der Erde

Wir kommen in Balzer in Lichtenstein an und halten kurz am Landeseingangsschild für ein Erinnerungsfoto.


Der nächste Fotostopp ist die Gutenberg Burg in Balzers. Bis hier ist noch alles sehr entspannt und wir guter Dinge aber das soll ich bald für den Rest des Tages ändern.

Wir durchfahren die kompletten 25 km die Lichtenstein (38000 EW) lang ist. Süß! Es gibt im ganzen Land nur einen Bus, ein Spital und generell ist es schwer verständlich wie eine so kleine Fläche ein eigener Staat sein kann.
Leider stehen wir ab der Hauptstadt Vaduz nur noch im Stau und sind irre genervt weil es einfach nicht vorwärts geht. Mir tut inzwischen alles weh, da wir ja heute bereits einige Kilometer durch die Schweiz gefahren sind.

Es sind nur noch 30 km und wie immer wenn man endlich ankommen will, verfährt man sich natürlich noch. Mäh!

Dornbirn

Nach einer endlosen Stunde kommen wir endlich in Dornbirn – Österreich an.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal beim Herren entschuldigen, dass ich unbedingt an den Bodensee wollte. Denn es gibt ein Problem. Gefühlt jeder will an den Bodensee und deshalb kann man sich da kurzfristig absolut keine Unterkunft leisten/finden, weshalb wir auf das 15 Minuten entfernte Dornbirn ausweichen müssen.

Wir haben natürlich die preiswerteste Unterkunft mit den besten Bewertungen gebucht (wer hat dafür gute Worte finden können???) und sind geschockt, was wir bekommen. Für 86€ gibt es ein extrem abgewohntes Zimmer an einer der lautesten Hauptstraßen an der man wohl wohnen kann. Wir haben kontinuierlich das Gefühl als wenn einer der Milliarden LKW´s die hier Tag und Nacht lang holpern durch unser Zimmer fährt.

Und was macht man wenn man völlig erschöpft und dazu noch angenervt ist, man geht erst mal in den Supermarkt und betrinkt sich dann mit jeder Menge ortsansässigem Bier. Immerhin hat es beim Einschlafen geholfen.

Tag 5

Wir frühstücken bereits 7:30 um hier schnellstmöglich wieder wegzukommen. Das Frühstück fällt aber ganz okay aus und man kann sagen „sie waren stets bemüht“.

Lindau (Bodensee)

Gegen 8:30 starten wir nach Lindau am Bodensee, da zu dieser Zeit hier der Verkehr noch recht entspannt ist. Kurz vor 9 sind wir schon im Ort und finden direkt einen Parkplatz am See.

Die Sonne lacht und wir sind auch wieder entspannter. Wir spazieren ein bisschen am Wasser entlang zur berühmten Hafeneinfahrt von Lindau. Es ist schon wirklich sehr schön hier und ich verstehe warum so viele Leute her kommen aber nach so viel Ruhe in den letzten Tagen, mag ich touristische Wuselorte irgendwie noch weniger und bin sehr froh, dass wir bereits so zeitig hier sind. Später ist hier sicher die Hölle los.

Wir haben Glück und sehen sogar eines der Zeppeline über unsere Köpfe hinweg gleiten.

Ein bisschen schlendern wir noch durch den süßen Ort bevor es wieder aufs Bike geht.

Mittagspause auf dem Berg


Nach einer extrem anstrengenden Fahrt durch Bregenz mit viel Morgenverkehr wird es im Bregenzer Wald wieder ruhiger und genau das wonach wir suchen. Niedliche kleine Örtchen. Schöne Berge. Grüne Almwiesen. Straßen die sich an wilden Bächen entlang schlängeln. Einfach nur herrlich hier und definitiv auch einen Urlaub wert.


Es geht mal wieder einen Berg lang hoch. Wir halten, oben angekommen, kurz an einem Imbiss und genießen bei einem Apfelstrudel und ner Wurst die Aussicht auf die österreichische Bergwelt. Alles nicht so schroff hier und einfach viel flacher (wir erinnern uns – es gibt keine Viertausender in Österreich), dennoch herrlich.

Flexenpass 1773 m

Wir fahren weiter durch den großen Wintersportort Lech am Arlberg. Einige Orte hier in der Gegend sehen zur Zeit aus wie Geisterstädte. Man sieht absolut niemanden und alles sieht zu aus. Haben die nur im Winter offen oder ist das ein Covidding? Man weiß es nicht!

Es geht auf den Flexenpass. Was macht man da, natürlich eine Runde flexen aka in freshen Posen angeben wie cool man ist oder zumindest so tun als ob. So gut es Menschen über 30 halt noch möglich ist 😀

Hier oben verläuft auch die europäische Wasserscheide zwischen Nordsee und schwarzem Meer (auch nach längerem Googeln weiß ich jetzt nicht wie besonders das ist oder auch nicht :-D)

Da der Herr eine Runde spielen will, fahren wir nicht auf direktem Wege weiter sondern müssen vorher natürlich noch mal ganze viele Serpentinen den Berg herunter nach Stuben um dann dort direkt wieder umzudrehen und ganz viele Serpentinen wieder lang hoch zu fahren. Wenns ihm halt Spaß macht. Mir macht es zumindest nichts aus, so lange ich noch frisch bin.

Weiter geht es auf einer sehr entspannten Strecke über St. Anton durch eine herrlich grüne Alpenlandschaft.

Wir halten kurz für ein Foto am Schloss Wiesberg.

Nächster Halt am

Gurglbach im Gurgltal

Wir biegen hier eigentlich nur ab weil wir nach fast 100 km endlich mal wieder eine Pause brauchen und bereuen diese Entscheidung nicht, denn für mich wird es zum schönsten Ort heute.

Herrlich grüne Wiesen. Eine schöne Bank mit Aussicht auf die Berge. Der Bach der fröhlich im Hintergrund vor sich hin gurgelt und die äußerst fotogenen alten Heuhütten überall. Dazu der strahlend blaue Himmel #Photogoals! Wir verbringen hier eine Weile und genießen die Ruhe bevor es auf zu den letzten Kilometern geht.



Zugspitzarena – Tirol

Ein weiterer Pass steht an, der sogenannte Fernpass mit 1500 m Höhe. Ihr merkt, wir werden langsam immer kleiner bei den Pässen. Aber auch sowas von schön hier am Fernsteinsee mit Schloss. Leider halten wir nicht noch mal an, deshalb kann ich nicht mit Fotos dienen.

Dann ein weiterer absoluter Wow – Moment als sich vor uns die sogenannte Zugspitzarena im Abendlicht auftut. Die Zugspitzarena ist die Tiroler Seite des Wettersteingebirges in der auch die knapp 3000 m hohe Zugspitze liegt.

Da wir bei der Abfahrt vom Berg schlecht halten können, stoppen wir im Tal nochmal kurz auf einem Parkplatz und laufen ein paar Meter nach oben für eine bessere Sicht auf die Berge. Wunderschön!

Heiterwang

Wir kommen für unsere Verhältnisse schon relativ zeitig im kleinen Tiroler Ort Heiterwang an. Die Pension zur Post befindet sich in einem alten großen Bauernhaus, welches innen wunderschön mit Antiquitäten eingerichtet ist. Mit 94€ die teuerste unserer Unterkünfte aber immerhin ist es ruhig und auch ganz schön hier.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, spazieren wir eine Runde durch den winzigen Ort, in dem es 2 Gaststätten und 3 Pensionen aber keinen einzigen Imbiss, Supermarkt, Tankstelle oder Bäcker gibt. Wir sind ein wenig traurig weil wir ohne ein Feierabendbier oder Wein zum Strand gehen müssen #firstworldproblems

Heiterwanger See

Nach ca. 30 Minuten erreichen wir den Heiterwanger See und finden am Campingplatz sogar ein Bierchen auf die Hand bevor wir uns an den steinigen Strand setzen und den Ausblick auf den See genießen.

Da das Wetter nicht mehr besonders gut und es schon später am Tag ist, ist auch nahezu nichts mehr los, sodass wir die Ruhe genießen können. Wir kommen auf die Idee Steine über die Wasseroberfläche hüpfen zu lassen und haben verdammt viel Spaß dabei. (An dieser Stelle bitte das Gejammer des Herren am nächsten Tag über seinen Muskelkater im Arm einfügen kicher)

Noch mehr Spaß haben wir allerdings als das Ausflugsschiff von seiner letzten Runde zurück kommt und so eine Bugwelle hervorruft, dass ich panisch von meiner Decke aufspringen muss um meine Kamera zu retten und dabei ein klein wenig nass werde.

Da wir Hunger bekommen, wollen wir langsam über einen anderen Weg zurück laufen, als wir auf einmal ein paar Kühe zum Wasser rennen sehen. Ich denke erst die wollen jetzt baden oder so aber nö, die schlürfen einfach ein bisschen See und lecken sich danach niedlich mit ihrer langen Zunge die Ohren aus.

Der Herr will dann unbedingt mal nah an eine Kuh heran und geht durch das Gatter auf die andere Seite des Wanderweges für sein perfektes Kuhfoto, während ich noch ein paar schöne Seefotos mache.

Dann geht es aber endgültig bei herrlichem Abendlicht den kleinen Weg zurück ins Dorf, wo uns scheinbar ein wenig der Hunger zu Kopf steigt, denn wir beginnen auf einmal zu wetten, dass sich der andere nicht traut den Asphalt anzulecken. Was soll ich sagen…wir hätten ein Selbstauslöserfoto von uns machen sollen #geisteskrankaberspassdabei

Im dazugehörigen Gasthaus unserer Pension warten wir eine geschlagene Stunde bis wir überhaupt erst mal bestellen dürfen und werden dann noch dumm vom Gastgeber angemacht als wir nach unserem vor 30 Minuten bestellten Getränk fragen. Erst als er merkt, dass wir Hausgäste sind, wird er auf einmal ganz freundlich und lässt eine Runde aufs Haus gehen. Nochmal gerettet Freundchen!

Im nächsten und letzten Teil unserer Reise geht’s dann quer durch Deutschland um dann wieder in Österreich zu übernachten und es heißt Abschied nehmen. Es ist also mit zunehmender Emotionalität zu rechnen aber davor haben wir noch viel Spaß und jede Menge Wow!


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