Dachsteingebirge – die Welt von oben sehen


19. August 2020

Das Dachsteingebirge zählt zu einer der höchsten Gebirgsketten in Österreich wobei der höchste Berg der Hohe Dachstein mit 2995 m ist.

Wir waren bei unserer Recherche auf das Gebirge gestoßen, da es hier oben zum einen eine Eishöhle gibt, einen besonderen Aussichtspunkt und einen Blick auf den Dachsteingletscher. Klingt doch so als wenn das Ganze einen Besuch wert wäre.

Allerdings hätten wir nicht gedacht, dass wir in unserem knapp bemessenen Zeitplan noch einen Abstecher hier her schaffen würden.


Anreise

Da wir aber ca. gegen 15 Uhr mit Hallstatt durch waren, wagten wir noch einen Abstecher ohne zu wissen ob und wie lange die Bergbahnen fahren würden.

Von Hallstatt aus sind es zum Startpunkt der Seilbahn nur ca. 15 – 20 Minuten Fahrt.



Seilbahnfahrt

Ich hatte ein Video auf Youtube vom letzten Jahr gesehen wo es wahnsinnig voll an der Seilbahn war und die Leute ewig anstanden. Und da dank Covid die Bahnen nur zu 60% beladen werden dürfen, erwartete ich schon das Schlimmste ABER Protipp: kommt erst am Nachmittag hier her, denn es war super leer und entspannt, zumindest bergauf.

Die letzte Fahrt runter geht im Sommer um 19 Uhr also habt ihr noch relativ viel Zeit wenn ihr erst wie wir gegen 16 Uhr hier hoch fahrt.

Allerdings muss man auch sagen, dass wir nicht mehr alles geschafft haben, was wir schaffen wollten, denn es gibt so viel zu entdecken, dass man definitiv den ganzen Tag bleiben könnte, dennoch waren für uns die ca. 2,5 h die wir oben waren lange genug um in Ruhe etwas zu essen und zumindest den wichtigsten Aussichtspunkt anzusteuern.

Das Panoramaticket ist mit 33 € für alle 3 Bahnen nicht ganz billig (wie alle Bergbahnen in Österreich) aber bei schönem Wetter lohnt es sich!

Man kann auch zusätzlich noch den Besuch der Mammuthöhle und/oder der Eishöhle dazu buchen, allerdings braucht ihr dazu dann wesentlich mehr Zeit.

Ich bin schon eine ganze Weile nicht mehr mit einer Bergbahn gefahren. Genau genommen seit Kanada 2017 nicht mehr und nun ja, ich werde wohl nie ein Freund davon werden. Eingesperrt in einem Glaskasten hunderte Meter über der Erde zu schweben und darauf zu vertrauen, dass ein paar Menschen ihren Job richtig gemacht haben und gutes Material verwendet wurde, ist mir halt nicht so ganz geheuer. Hier kam noch dazu, dass die Gondel nach jedem Mast extrem schaukelte und ich richtig panisch wurde. Da half es auch nicht, dass man noch mal umsteigen musste und eine zweite Bergbahn nehmen wenn man zum Aussichtspunkt wollte.

Aber Augen zu und durch – es lohnt sich!

Gipfel Krippenstein

Oben auf ca. 2100 m angekommen staunt man beim Blick auf den gegenüberliegenden Dachsteingletscher dann erst mal Bauklötze. So ein Gletscher ist doch einfach nur etwas unfassbar Faszinierendes. Ich meine das ist das ewige Eis. Gefrorenes Wasser was vermutlich Milliarden Jahre alt ist. Das ist doch unvorstellbar.

Ich muss immer ein bisschen schmunzeln wenn ich so beeindruckende Gletscher in Europa sehe oder an die in den kanadischen Rockies denke, denn als ich in Neuseeland war, wurden der Franz Josef und der Fox Gletscher immer so extrem angespriesen und gehyped, dabei sind sie einfach nur ein Fliegenschiss gegen so einen Gletscher hier. Aber die Kiwis sind halt sehr stolz auf ihre kleinen Gletscher.

Hier oben gibt es auch gleich ein nettes Lokal, wo man bei herrlichem Ausblick diesen anderen Sonnenbrand bekommen kann, während man sich ein Radler oder einen Kaiserschmarrn genehmigt. Man ist halt einfach ein Stück näher an der Sonne – deshalb eincremen!


5 Fingers

Haupthighlight hier oben ist die sogenannte 5 Fingers Aussichtsplattform, zu der man eine ca. 30 minütige doch ein wenig anstrengende Wanderung machen kann. Ein schöner breiter Wanderweg aber es geht schon ganz gut bergab und bergauf.

Aber jeder Schweißtropfen lohnt sich für diese Aussicht von einer sehr besonderen Aussichtsplattform, die von oben wie eine Hand aussieht. Ganz clever gemacht wenn ihr mich fragt, denn so können immer 5 Leute gleichzeitig ganz vorn stehen und Fotos von sich machen lassen und nicht nur einer wie z.B. beim Welterbeblick in Hallstatt.

Und wir hatten ja so dermaßen viel Glück mit dem Wetter. Ich glaube nicht, dass es hier allzu häufig so eine tolle wolkenfreie Sicht gibt und dazu noch das herrliche Abendlicht – „a photographers dream“

Wir machten 10 bis 100 Fotos und genossen jede Sekunde an diesem besonderen Ort bevor es wieder ¾ des Weges zurück ging um dann noch mal zur Welterbespirale abzubiegen.

Welterbespirale

Auf dem Weg dahin gibt es eine Kapelle, die zum Gedenken an das Heilbronner Dachsteinunglück (1954 bei dem 13 junge Menschen aus Heilbronn bei einem Schneesturm am Dachstein den Tod fanden ) 1959 erbaut wurde.

Ringsum die Welterbespirale stehen sehr bequeme Liegestühle, die es einem schwer machen, überhaupt wieder hier aufstehen zu wollen. Es ist einfach nur traumhaft hier in der Sonne zu liegen, den Dohlen beim spielen zuzugucken und den atemberaubenden Blick zu genießen.

Wenn man sich dann aber doch mal aufgerafft hat, dann kann man noch die Welterbespirale hoch laufen. Eine Spiralförmige Aussichtsplattform an deren Seiten Fotos von vers. Unesco Weltkultur und -naturstätten hängen. Seit 1997 gehört das Dachsteingebirge auch zum Unesco Weltnaturerbe.



Fazit

Ich bin ja im Grunde immer ein Sparfuchs und wäge ab wofür ich mein Geld ausgebe (das sollte ich auch als arbeitsloser Weltreisender) aber in diesem Fall sag ich euch – scheißt auf das Geld – die Erinnerungen die ihr hier mitnehmen könnt, wiegen so viel mehr. An eurem Sterbebett werdet ihr nicht an euer volles Bankkonto denken sondern eher daran wie wundervoll es im Dachsteingebirge war und wie dankbar ihr seid, so etwas atemberaubendes gesehen haben zu dürfen.

Ich war jedenfalls hin und weg, wo natürlich das großartige Wetter auch seinen Verdienst dran hat.




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