Als ich 2017 schon mal hier war, ist mir nicht aufgefallen wie hügelig Victoria eigentlich ist. Alles was nicht Downtown ist, ist eine komplette Hügellandschaft, was das Rad fahren hier zu meinem persönlichen Horror macht. Denn wenn ich eine Sache gar nicht kann, dann ist es bergauf laufen oder mit dem Rad fahren. Ich hab da einfach keine Kondition für. Das hält mich aber nicht davon ab, hier trotzdem jeden Berg und Hügel (im Schneckentempo) auszuchecken.

Mount Douglas
Meine erste „Bergbesteigung“ als Victorianeuling.
Mit 225 m der höchste Berg im Stadtgebiet von Greater Victoria. Ich weiß nicht ob ichs schon mal erklärt habe aber es gibt hier nicht nur Victoria sondern auch die Orte Saanich, Oak Bay, Fairfield, Esquimalt und Tillicum. Die gehen alle ineinander über und bilden so Greater Victoria. Mount Douglas liegt im unteren Teil von Saanich und ist sowohl mit dem Fahrrad als auch mit den Öffis von meiner Wohngegend relativ schnell und ohne größere Hügel auf dem Weg, zu erreichen.

Und so nutze ich einen sonnigen Sonntag um mit dem Rad zum Fuße des Berges zu fahren. Ab wann darf man etwas offiziell eigentlich Berg nennen? Es geht bergauf, ich schwitze also ist es ein Berg!
Bei schönem Wetter ist hier immer ordentlich was los. Die ganz faulen können am Wochenende am 12 Uhr bis 17 Uhr auch mit dem Auto hoch fahren.

Am Fuß des Berges gibt es einen herrlich grünen Urwald mit hohen alten Bäumen und ich genieße es sehr, hier durch zu stromern. Zum Gipfel hinauf gibt es vers. Wege. Der einfachste ist wohl die asphaltierte Straße. Da ich keine Ahnung habe, nehme ich einen der schwierigeren Aufstiege. So langsam geht es vom Urwald ein Stück hinauf aber immer noch entspannt durch schöne Landschaft allerdings nur bis zur Hälfte des Weges. Die andere Hälfte bin ich mit tief Luft holen beschäftigt, denn es geht über Stock und Stein über eine karge ausgemergelte schattenlose Landschaft zum Gipfel. Ich schwitze bei 25 Grad als gäbs kein Morgen mehr während ich sehr auf meine Füße achten muss bei dem steinigen unwegsamen Untergrund.

Oben angekommen, gucke ich mich um. Da es seit 4 Monaten nicht mehr richtig in Victoria geregnet hat, sieht alles aus wie in der Steppe. Alle Blätter sind braun, das Gras ist gelb und irgendwie sieht es ganz schön traurig aus im Vergleich zum schönen grünen Urwald am Fuße des Berges.

Es gibt eine erste Aussichtsplattform von der aus ich die Truthahngeier fliegen sehe. Nach einer kurzen Mittagspause geht es noch ein Stück weiter nach oben auf eine zweite Aussichtsplattform, wo einiges los ist.

Der Blick in die andere Richtung ist schöner, da hier die Sonne nicht so blendet und einem mal wieder richtig bewusst wird, dass Victoria an der Spitze einer Insel liegt und somit auf beiden Seiten von Wasser umgeben ist.

Die Wolken hängen tief auf dem Festland. Ich genieße die Aussicht bevor ich beschließe auf dem Rückweg zum größten Teil die Straße zu nutzen, da ich ungern steil über Steine nach unten laufe. Von der Straße aus gibt es noch den ein oder anderen inoffiziellen Aussichtspunkt bei dem ich mir voller Glück wieder bewusst machen kann, dass ich echt in meinem geliebten Kanada bin und das es wirklich so atemberaubend schön ist, wie man immer in der Werbung oder in Filmen sieht.


Mount Douglas ist auf jeden Fall ein Must wenn man ein bisschen länger in der Gegend ist.

Mount Tolmie
Der 120 m hohe Berg liegt quasi in meiner Nachbarschaft, sodass ich an einem nicht so sonnigen Sonntag die Chance nutze, hier mal vorbei zu gucken.
Beim Aufstieg nehme ich die Straße durch eines der schicken Wohngebiete. Es ist echt verrückt wie viele wunderschöne vornehme Wohngebiete Victoria hat mit riesigen Häusern. Die Millionärsdichte muss auf der Insel verdammt hoch sein.

Der Aufstieg ist kurz und nur ein bisschen schmerzhaft. Oben angekommen ist mal wieder einiges los, da man auch bequem mit dem Auto hoch fahren kann.

Leider hat man heute keine allzu schöne Aussicht. Es gefällt mir dennoch, da es einige große Felsen gibt auf denen man herum turnen kann. Dazu der düstere knochige Garry Oak Wald. Sehr „moody“.

Man hat von hier oben einen schönen Blick auf Mt. Douglas und auf die Berge der USA.


Bergab folge ich dem Fußgängerweg durch den Eichenwald und lande in einer weiteren vornehmen Wohngegend wo er mir begegnet (was für ein Süßi).


Summit Park
Jeden Tag wenn ich mein kleines Mädchen aus der Schule abhole, komme ich an einem Hügel vorbei auf dem es schön sein soll. Allerdings habe ich ganze 7 Wochen gebraucht um dann vor der Schule mal einen Abstecher hier hoch zu machen.

Viele Wege führen nach Rom, ähh zum Summit Park und so kann man zwischen Straße, steiler Straße oder 2 vers. Wegen über Stufen entscheiden. Ich nehme wegen akuter Unwissenheit natürlich den steilen Weg über die Straße und lande direkt am eingezäunten Trinkwassernotfall Reservoir. Dort haben es sich einige Möwen und Kanada Gänse bequem gemacht und genießen ihre Ruhe.

Ich laufe einmal ringsrum und lande dann am Sendemast / Aussichtsplattform und gucke in Richtung meiner Wohngegend.


Weiter geht’s zum Blick in die andere Richtung. Hier oben liegen mal wieder einige Felsen herum. Das verrückte ist, ich laufe jeden Tag unten entlang aber ich hätte nie gedacht, dass es hier oben so groß und schön ist und so hoch, dass man weit gucken kann. Sehr versteckt das ganze Areal.



Es gibt hier oben auch einen schönen Spielplatz und einen weiteren Garry Oak Wald.

Im nächsten Teil meiner Victoria BC Reihe wird es dann um ein paar der Strände gehen, die ich bereits besucht habe…
