Salzburg – ein Stadtrundgang in 4 h


16. August 2020

Man muss manchmal einfach spontan sein im Leben!

Normalerweise sollte ich bereits seit Monaten in Canada sein, stattdessen wohne ich immer noch bei meinen Eltern und reise die meiste Zeit durch die Gegend. Und so kam es, das meine Eltern bereits im Januar einen Urlaub in Österreich gebucht hatten um den ich mich ehrlich gesagt gar nicht weiter kümmerte. Dann kam Corona und auf einmal sollten sie in den Urlaub fahren – ohne mich. Ähm, nee das geht so nicht! 😀

Deshalb machte ich mich 2 Wochen vor Abreise auf die Suche nach einer Unterkunft im Salzkammergut. Lasst euch gesagt sein – wer nicht im Januar hier schon bucht hat verloren. Und so kam es, dass ich in Salzburg landete, denn hier gab es noch sehr preiswerte Unterkünfte und das Gute ist, dass es einen hervorragenden nicht allzu teuren öffentlichen Nahverkehr zu allen Sehenswürdigkeiten des Salzkammergutes gibt.



Anreise

Fast 700 km Anreise. Für meine Eltern eine irre lange Autofahrt aber für mich als Australienreisende quasi nur ein Katzensprung. Da wir Sonntag früh bereits um 6 los gefahren waren, lief alles auch wie am Schürchen, sodass wir schon zeitig in Salzburg ankamen und die Stadt erkunden konnten.

Unterkunft

Eine der noch freien günstigen Unterkünfte war das YoHo. Ein super zentral gelegenes sauberes Hostel mit kleinem einfachen Frühstück für nur 20€ die Nacht. Also absolutes Schnäppchen. Nahe zum Hauptbahnhof, alle Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar und gute Busverbindungen in die Berge.



Und ich kann gleich sagen – ich bin absolut nicht traurig, dass alles so gekommen ist – im Gegenteil, denn Salzburg ist eine süße kleine Stadt, in der Schon der Duft der Berge weht.

Die Salzach

Der Hausfluss von Salzburg quasi und durch die starken Regenfälle der letzten Wochen auch ordentlich voll. Es führen viele vers. Brücken von der einen Flussseite mit dem Schloss Mirabell zur anderen mit der Festung.

Blick Stadtauswärts



Besonders ansehnlich ist hierbei der Marktsteg, da dieser mit unzähligen Liebesschlössern versehen wurde.



Auf der Festungsseite gibt es zudem am Ufer des Flusses im Sommer einen großen touristischen Markt auf dem sämtliche Andenken und Spezialitäten der Region angeboten werden. Mir persönlich gefiel die andere Seite besser auf der man gechillt auf der Wiese oder am steinigen Strand liegen kann.

Schloss und Park Mirabell

Das Highlight im Sommer schlechthin. Das Schloss sieht sehr niedlich aus aber der eigentliche Anziehungspunkt ist definitiv der wunderschöne Schlosspark. Ein absolutes Träumchen an Gartenbau Architektur.



Die saftigen grünen Wiesen werden mit weißen, pinken und roten Blumenströmen durchzogen. An den Seiten wachsen zur Zeit unzählige Dahlien die die etwas verrückten Skulpturen einsäumen. Die Architektur herum erinnert stark an Italien.



Zwar interessant aber auch ein wenig diskriminierend ist der sogenannte Zwergengarten. Ich hatte Garten-zwergartiges vermutet oder solche Zwerge wie die in Breslau. Aber wenn man genau hinsieht, wird klar, dass das was hier vermutlich dargestellt wird, einfach nur kleinwüchsige Menschen sind.



Festung Hohensalzburg

Ich war selbst aus Zeitgründen nicht oben. Der Eintritt inklusive Festungsbahn kostet 15,70€. Nur Bahn geht nicht. Man muss das komplette Paket kaufen. Ich hab aber gehört, dass es sich lohnen soll.



Aber für mich reicht definitiv schon der Blick auf die Festung. Ich persönlich finde es sowieso spannender auf eine Sehenswürdigkeit zu schauen als von einer herab.

Wenn ihr das genauso seht, dann müsst ihr einfach folgende Wanderung machen:

Mönchsberg Wanderung von Müllner Kirche über Museum für Moderne bis zur Festung


Die Stadt ist aufgrund der Salzburger Festspiele, Sommer- und Ferienzeit aktuell absolut „packed“. Unten in der Stadt ist einiges los aber oben auf dem Berg ist man fast allein. Ich war stellenweise so allein auf den Waldwegen unterwegs, dass ich es sogar schon etwas gruselig fand. Los geht der Weg an der Müllner Kirche, weit rechtsseitig zur Festung.



Von der Salzach geht es einige Stufen nach oben und man gelangt zur Müllner Kirche von der man bereits jetzt schon einen herrlichen Ausblick auf die Stadt hat aber nicht genug, es geht weiter nach oben. Vorbei am Schloss Hotel Mönchstein.



Die Aussicht ist einfach nur atemberaubend. Die kleine zweigeteilte Stadt, der Fluss und natürlich die Berge im Hintergrund. Paragleiter am Himmel, schroffe Felsmassive, grüne Almen mit urigen Bauerhäusern. Das ist doch schon ein bisschen was anderes als in den flachen Niederlanden.



Es geht den Panoramaweg entlang bis zum Museum der Moderne. Auch hier würde es einen Fahrstuhl von der Stadt aus geben. Dieser kostet 2,70. Aber wozu Fahrstuhl fahren wenn man Panoramawege laufen und staunen kann?!

Ringsum das Museum kann man sich schon ein paar fragwürdige Skulpturen angucken. Und auch hier weiß ich wieder, dass moderne Kunst meist eher nichts für mich ist. Was aber etwas für mich ist, ist der Ausblick die steilen Felswände lang runter auf die Innenstadt Gassen, den Dom, vers. Kirchen und die gegenüberliegende Festung. Hinter dieser türmen sich in weiter Entfernung die schroffen Bergmassive der Alpen auf und ich denke erst, dass diese schneebedeckt sind aber ich glaube am Ende war es nur die Reflexion der Sonne.


Ich staune Bauklötze. Für jemand der in den Bergen lebt sicher ein völlig unspektakulärer Anblick aber für jemanden wie mich, der nur im Flachland zu Hause ist, immer wieder faszinierend die Berge zu sehen.



Hinterm Museum geht es weiter Richtung Festung. Man passiert eine Bürgerwehr, von der aus man auch Mal einen Blick in die andere Richtung hat und kommt an der sogenannten Stadtalm heraus. Ein süßes kleines Ausflugslokal was allerdings nur bis 19 Uhr geöffnet war.



Dahinter dann ein kurzer Blick in den Abgrund und dann wird es richtig düster. Durch die spätere Stunde und die Gewitterstimmung wirkt der menschenleere Wald, durch den ich dann laufe, irgendwie schon fast ein wenig bedrohlich. Absolute Stille, nicht mal Vögel sind zu hören und ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher wo ich hier eigentlich ankommen soll.



Doch dann zeigt sich die Zivilisation in Form einer kleinen Gartenkneipe und ich bin wieder auf dem richtigen Weg. Hier kann man sich nun entscheiden ob man noch weiter zur Burg wandert oder wieder hinunter in die Stadt. Da es bereits gegen 8 ist, entscheide ich mich für den Abstieg und auch dieser ist spannend, denn es geht durch enge Gassen vorbei an herrlichen Häusern steil wieder den Berg lang runter.



Unten angekommen mache ich mich auf, den restlichen Teil der Altstadt zu erkunden.



Getreidegasse

Wahrscheinlich die meistfotografiereste Einkaufsstraße in ganz Österreich. Und das liegt am Ende nur an den unzähligen Aushängeschildern der Geschäfte. Sogar MC Donalds hat so ein alt wirkendes Schild bekommen, was ich irgendwie witzig finde.



Tagsüber sicher ein noch schönerer Anblick aber dann wäre es hier bestimmt auch voller.



Auf dieser Straße liegt auch das Geburtshaus von Mozart. (Ist da jetzt ernsthaft ein Sparmarkt drin ??!)



Und ringsherum liegen sie, die Mozartkugel Geschäfte. Wahrscheinlich jeder asiatische Tourist, der hier normalerweise so herumstromern würde, würde sicher eine Packung der klebrig süßen Marzipanschoko Masse mit nach Hause nehmen.



Passagen

Hübsch und spannend finde ich in der Innenstadt die unzähligen kleinen Passagen, bei denen man immer nie genau weiß, ob es hier nur auf einen schäbigen Innenhof, zu einem Restaurant oder doch auf eine andere Gasse geht. Viele der Passagen haben Schaufenster mit Lederwaren, Schmuck oder Kunst.



Dom Quartier

Abends sitzen alle in den kleinen Bars und Restaurants und ein paar Straßenmusiker spielen auf ihrem Akkordeon. Der Residenz Platz, Kapitalplatz, vers. Museen und der große Salzburger Dom. Tagsüber ist hier sicher die Hölle los. Am Abend ist alles eher gemächlich.



Salzburger Festspiele

Dieses Jahr finden die 100. Salzburger Festspiele statt, Corona zum Trotz. Einen Monat lang werden an unters. Orten der Stadt Opern aufgeführt, Theater gespielt und sich schick gekleidet.



In der Felsenreitschule wird gerade Richard Strauss Elektra aufgeführt und die schicken Wagen kommen mit wichtigen Persönlichkeiten im Abendkleid angefahren.
Sehen und gesehen werden. Wie doch so ein Mundschutz das schicke Outfit versauen kann.


Es ist ordentlich was los hier und für mich einfach nur spannend reich und reicher hier Flanieren zu sehen.

An folgenden Orten war ich nicht direkt bzw. nur als Kind aber diese sind definitiv einen Abstecher wert, wenn man etwas mehr Zeit in Salzburg zur Verfügung hat:

Kapuzinerberg

Auch ein toller Aussichtsberg auf der Schloss Mirabell Seite der Stadt. An den schroffen Felsen gibt es Klettersteige in unterschiedlichen Erschwernisgraden für geübte und ungeübte Kletterer. Man kann auch Kletterkurse buchen.



Wer nicht so fancy aufs klettern ist, kann hier auch einfach über eine steile Straße und vers. Treppen den Berg erklimmen um am Ende eine tolle Aussicht auf die Festung und die in der Ferne liegenden Alpen zu haben.

Blick zum Kapuzinerberg



Schloss Hellbrunn

Das berühmte Schloss liegt ein wenig außerhalb der Stadt, weshalb ich es diesmal nicht besucht habe. Ich war aber bereits als Kind einmal hier und kann es wegen dem verrückten Schlosspark vor allem im Sommer absolut weiter empfehlen. Denn die Besonderheiten des Schlossparks sind die Wasserspiele. Unzählige Brunnen lassen einen staunen und wenn man nicht aufpasst, dann wird man von einer der vielen versteckten Wasserspucker nass gespritzt. Auch für Kinder ein großer Spaß!


Fazit

Tolle Stadt! Salzburg hat mir richtig gut gefallen, denn alles ist so nah beieinander und dennoch gibt es so viele unters. Arten von Sehenswürdigkeiten. Wunderschöne Gärten, einsame Panoramawege, individuelle Geschäfte, chillen am Fluss, Klettersteige, unzählige Museen, Kultur und verdammt viel Geschichte. Ich kann definitiv verstehen warum sie die ganzen Asiaten Busse hier her karren.

Das wird sicher nicht mein letzter Besuch hier gewesen sein, denn es gibt noch viel zu entdecken!









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