Fuschl am See – das Idyll im Salzkammergut

17. August 2020


Da meine Eltern hier ihre Ferienunterkunft haben, war klar, dass ein Tag auch der Ort Fuschl auf der To Do List stehen würde. Und ich kann euch sagen, wenn man ein Stück heile Welt sucht, dann wird man hier fündig.



Anreise

Das Bussystem hier funktioniert wirklich mehr als gut. Alle halbe Stunde kann man von Salzburg aus einen Bus Richtung Nord-Osten nehmen um das Salzkammergut zu erkunden. Ich habe mir dazu eine Wochenkarte online in der App der SGB Verkehr gekauft für nur 29€. Eine Einzelfahrt nach Fuschl würde schon 5,90€ kosten und mit diesem Ticket könnte ich sogar bis nach Bad Ischl fahren. Also wirklich ein sehr guter Deal für wenig Geld.

Nach Fuschl am See sind es von der Salzburger Altstadt aus nur 30 Minuten, wobei man durch herrlich Landschaft und niedliche Örtchen fährt.

Ellmaustein Wanderung

Wir wollten wandern. Wir dachten, durch unsere vielen Wanderungen dieses Jahr wären wir schon trainiert. Aber Flachland oder Mittelgebirgswanderungen sind halt einfach mal nichts im Vergleich zu einer Wanderung in den Alpen.



Ich hatte mich im Vorfeld auf vers. Blogs belesen welche Wanderungen hier in der Gegend empfohlen werden und stieß auf die Ellmaustein Wanderung, die in diesem Beitrag wie ein 30 minütiger Osterspaziergang beschrieben wurde.
Wer immer den Beitrag verfasst hat, muss ein trainierter Alpenwanderer sein, denn wie sich herausstellte war es eine einstündige Wanderung bei der man einen 400 m Höhenunterschied überwinden musste. Die Wanderung gehört laut Wanderführer zur Schwierigkeitsstufe 3 von 4. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich nie im Leben auf die Idee gekommen, denn ich kenne meine Grenzen. Ich kann 20 km um einen See laufen ohne groß zu murren aber nach 10 Minuten steil bergauf ist meine komplette Kraftreserve ausgeschöpft.

Der Weg geht über lose Steine, unzählige Baumwurzeln und hatte nichts mit dem gut ausgebauten Schönwetterwanderweg zu tun, den ich ich mir so vorgestellt hatte. Ich kam mehr als einmal an den Punkt, wo ich mit der absoluten Erschöpfung zu kämpfen hatte. So dermaßen kein Bock mehr, hatte ich wohl noch nie bei einer Wanderung.

Und das Schlimmste, hier zogen 5 jährige Kinder hoch als sei es nichts (nur die österreichischen Bergkinder natürlich) und eine Dame, die scheinbar für den Iron Man trainierte, joggte mehrfach hoch und runter an uns vorbei.

Kenn dein Limit! Und mein Limit war mit dieser Wanderung definitiv überschritten.



Nach einer Stunde und unzähligen „kein Bock und keine Luft mehr“-Pausen hatten auch wir es endlich nach oben geschafft, wo es sich inzwischen leider ziemlich zugezogen hatte. Nichtsdestotrotz ist die Aussicht auf den Fuschlsee atemberaubend. Wir setzten uns auf eines der kleinen recht losen Holzbretter vorm Abgrund (bei dem ich die ganze Zeit panisch dachte ich würde auf einem Schlitten sitzen und damit gleich in den Abgrund stürzen) und genossen das Panorama.



Nachdem wir ca. 20 Minuten hier oben verbracht hatten, ging es in 45 Minuten wieder bergab, was diesmal sehr auf Knie und Bandscheiben ging und mir mal wieder bewusst machte, dass ich auch keine 20 mehr bin.



Wieder unten schauten wir danach noch viele Male auf den Ellmaustein und waren stolz wie Bolle, dass wir es echt bis hier hoch geschafft hatten.



Ruming Mühle

Eigentlich hatten wir uns gesagt, wir laufen nur noch zur Unterkunft und chillen eine Runde aber das Schild 10 Minuten zur Ruming Mühle, lockte dann doch zu sehr und wir wagten noch einen Abstecher. Der Weg war sehr entspannt und ebenerdig und kam mitten im Wald an der alten Mühle am glasklaren Bach heraus.

Leider war das urige Gasthaus heute geschlossen, dennoch war dieser Märchenwaldvibe, der uns hier umgab, den Abstecher auf jeden Fall wert. Und für noch mehr Märchenfeeling sorgte der



Zwergerlwald

ein niedlich angelegter Weg mit bemalten Zwergenbaumstämmen und einer Geschichte zu einer Zwergenlovestory. Vor allem natürlich für Kinder aber auch uns gefielen die bunten Gesellen, die im Wald versteckt waren.



Der Weg führte vorbei an einem süßen kleinen Kräutergarten, an einer Weide mit schwarzen Rindern und an einem KNEIPP Becken, in dem wir bei ca. 6 Grad kaltem Wasser unsere Wanderfüße wieder revitalisierten.



Das Dorf

Fuschl ist erstaunlich modern. Jedenfalls moderner als ich erwartet hatte. Die Straßen und der Busbahnhof sehen so aus, als wenn sie erst vor wenigen Jahren erneuert wurden. Alles ist wunderschön mit Blumen bepflanzt. Es gibt hauptsächlich Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Ort. „Richtige“ Menschen leben hier wenige.


Man kann eine kleine Runde durch den Ort schlendern. Die schön beblümten Balkons oder die neu gebauten Prestige Bauten bewundern oder auch den Kühen auf der Wiese, mitten im Dorf, guten Tag sagen.



Alles wirkt so freundlich, ordentlich und aufgeräumt und einfach wie ein Stück heile Welt.


Der See

Der Fuschlsee ist mit 11 km Umwanderungsrunde und 66 m Tiefe der kleinste See des Salzkammergutes, was man schwer glauben kann, wenn man davor steht. Eine Wassertemperatur von 23 Grad ist auch nicht gerade übel, sodass sich an Schönwetter Tagen hier unzählige Salzburger tummeln, da Fuschl der nächstgelegene See zu Salzburg ist. SUP, Elektroboot oder Tretboot fahren. Schwimmen gehen oder an einem der Strände herumlungern. An einem warmen Sommertag jedenfalls sehr einladend.
Bei uns war es eher grau, dunkel und stürmisch, sodass alles wenig einladend wirkte.



Ausflugstipps

(Aus Zeitmangel konnte ich das leider nicht machen aber meine Eltern kamen in den Genuss)
Zum einen kann man den See umwandern. 11,5 km fast immer am See entlang. Eine Strecke die dennoch immer mal bergauf und bergab geht. Man kann am Strandbad, welches Fuschl gegenüber liegt, einen Boxenstopp einlegen und vom Steg aus schöne Fotos über den See und die Berge im Hintergrund machen.



Man kann aber auch mit dem sogenannten Zillboot eine einstündige Fahrt von Fuschl zum Schloss auf der anderen Seite machen. Das Boot fährt im Sommer vormittags zweimal und nachmittags zweimal. Für hin und Rückfahrt 9€. Mit Fuschlcard 7,50€. Diese Gästekarte kann man sich ab 3 Übernachtungen kostenlos in der Touristeninformation abholen.

Das Schloss selbst ist kein großes Highlight aber es gibt eine Fischräucherei an der man schön sitzen kann.

Außerdem kann man unzählige größere Wanderungen in der Gegend unternehmen oder einen Tag im großen Schwimmbad mit Wellnessbereich verbringen.

Fazit

Fuschl am See ist touristisch, ohne Frage aber dennoch wirkt es außerhalb eines Sommersonntags dennoch nicht überlaufen, sondern sehr gemütlich und ist somit auf jeden Fall einen Ausflug oder sogar ein paar Übernachtungen wert.



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