16. – 21. August 2020
Zum Ende meines Österreich Urlaubs möchte ich euch noch ein paar der schönsten Orte im Salzkammergut zeigen und meine persönlichen Tipps dazu geben.
Dazu sei gesagt, dass die Urlaubsregion Salzkammergut verdammt groß ist. Es gibt dort allein schon 6 sehr große Seen und noch unzählige kleinere. An jedem Ort gibt es eine Bergbahn auf einen Berg mit atemberaubender Aussicht. Die Wanderungen die man in der Region machen kann sind schier endlos. Ihr könnt aber auch einfach nur die kleinen romantischen Orte erkunden, euch die regionalen Köstlichkeiten schmecken lassen oder an einem der Strände chillen.

Ihr merkt schon, die Möglichkeiten im Salzkammergut sind vielfältig (zumindest wenn das Wetter mitspielt) und man könnte in der Region mindestens einen Monat Urlaub machen und es würde einem nicht langweilig werden.
Ich war nur 4 Tage dort und habe versucht die Creme de la Creme der Orte im Salzkammergut zu besichtigen.

Klicke auf die Links wenn du mehr zu Salzburg, Fuschl am See, Hallstatt, dem Dachsteingebirge oder dem Schafberg erfahren willst.
Das Salzkammergut ist vor allem durch einen Ort berühmt geworden, nämlich:
St. Wolfgang
Vor allem den Älteren unter euch oder den klassische Musik Liebhabern dürfte das Singspiel „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky aus dem Jahre 1930 ein Begriff sein. Darin geht es um eine Liebesgeschichte die im Hotel zum weißen Rössl in St. Wolfgang im Salzkammergut spielt. Es gibt dazu auch einen herrlich Retrofilm von 1960 (guckst du hier). Und Sissi und ihr Franzl sollen wohl Ende des 19 Jh. irgendwie auch schon mal hier gewesen sein.

Dadurch erlangte der Ort weltweite Bekanntheit und die Touristen kommen seither in Scharen um einmal durch den Ort zu flanieren oder sogar eine Nacht im Hotel zu verbringen.
Ortskern
Der Ortskern ist nicht sonderlich groß und an sich ganz niedlich. Wir hatten durch die Covidzeit das Glück, dass hier momentan absolut nichts los ist. Normalerweise werden asiatische Reisebusse en masse hergekarrt. Außerdem gab es ein paar Wochen vor unserem Besuch hier einen kleinen Coronaskandal, sodass jetzt vorerst keiner mehr kommt.

Gut für uns – kann man sich das Ganze mal in nahezu menschenleer angucken.
Es gibt ein paar typische alte österreichische Häuser, ein paar nette Lädchen und was mir am besten gefallen hat – eine Art sehr netten Laubengang zwischen Kirche und Wasser, von wo aus man einen herrlichen Blick aufs Wasser, in die Berge und auf den Outdoorbereich vom weißen Rössl hat.

Weißes Rössl
Hm, das ist es also das berühmte weiße Rössl. Ich hatte gar keine Vorstellung und schaute deshalb nur auf ein recht langweilig aussehendes großes Hotel am Wasser, welches optisch sicher schon mal bessere Zeiten gesehen hat. Ich glaub meine Eltern, die erst vor ein paar Monaten die Operette im Theater gesehen haben, waren etwas enttäuscht und hatten sich hier mehr kaiserlichen Espirt vorgestellt als sie bekommen haben.

Dennoch soll es wohl immer ausgebucht sein (jetzt vielleicht eher nicht) und eine Nacht kostet auch nicht gerade wenig, vor allem wenn man einmal in der Kaiser Suite nächtigen will.
Seepromenade
Was mir am aller besten gefallen hat und was ich als einziges wirklich empfehlen kann, ist die schöne Seepromenade. Von hier fahren die Schiffe nach St.Gilgen und zur anderen Seite des Wolfgangsees, nach Strobl. Man hat einen herrlichen Blick auf den Ort und in die Berge.

Hier kann man sich einfach nur auf eine der vielen Bänke setzten und dem Treiben auf dem Wasser zusehen.
Ausflugstipps
Mein Nummer eins Tipp ist eine Fahrt von hier mit der Zahnradbahn auf den Schafberg. Siehe Blogpost.

Kritik
Der Ort an sich ist ganz niedlich aber im Grunde ohne die musikalische Vorgeschichte nichts Besonderes. Dazu kommt noch, dass nahezu alle Geschäfte im Ort auf asiatischen Massentourismus ausgelegt sind, das heißt, es gibt unzählige Läden mit Kuckucksuhren, Lederhosen und sonstigem Kitsch. Viele der Geschäfte sind auf Grund fehlender Kunden zur Zeit sogar geschlossen, was für die ansässige Wirtschaft natürlich ganz schwierig ist.

Uns hat der Ort jedenfalls nicht vom Hocker gehauen. Zum einen wegen diesem gewissen Disneyland Vibe, der für die Asiaten zusammengebastelt wurde und zum anderen weil hier vor ein paar Jahrzehnten mal einige bautechnische Fehlentscheidungen getroffen wurden, die den Ort jetzt sehr verschandeln wie ein riesiges Geister Hotel direkt am Wasser. Geil für den lost places Vibe aber den möchte man in einem niedlichen österreichischen Dörfchen ja eher weniger haben.
Fazit
Wenn ihr Zeit habt und gerade vom Schafberg kommt oder noch hoch wollt, dann dreht eine kleine Runde an der Seepromenade und guckt von da auf den Ort. Das reicht meiner Meinung nach auf jeden Fall aus.

Bad Ischl
Noch so ein overhypter Ort vor allem für die Sissi Fans. Ich persönlich weiß absolut nichts über Sissi und deshalb hatte ich vorher auch noch nie etwas von diesem Ort gehört und ich kann gleich verraten – es wäre auch gar nicht soooo tragisch gewesen, wenn das so geblieben wäre räusper

Allerdings muss man dazu sagen, dass wir auch nicht sonderlich Glück mit dem Wetter hatten, da es den halben Tag regnete.

Aber ich will nicht zu sehr haten, denn an sich ist es ein ganz netter Kurort im Herzen des Salzkammergutes.
Kaisergeburtstag
Wir dachten uns, also wenn wir schon ins kaiserliche Bad Ischl fahren, dann machen wir das nicht irgendwann sondern doch definitiv am 18. August zum 190. Geburtstag von Kaiser Franz Josef.

Normalerweise gibt es eine ganze Woche lang hier große Feierlichkeiten im Ort mit jeder Menge Musik und Theater und Kultur aber Covid war so „näh, Freunde, nicht dieses Jahr“. Deshalb gab es dieses Jahr nur eine kleine traurige Parade (im Regen), die mit einer illusteren Runde geladener Gäste in der Kaiservilla endete. Also leider wenig kaiserlich die Festivitäten in 2020.

Ortskern
Bad Ischl ist mit 14.000 EW schon einer der größten Orte im Salzkammergut würde ich sagen. Es gibt viele moderne Geschäfte und Hotels. Aber halt auch einige alte Kirchen, schöne Brücken über die Ischl und die Traun und viele alte herrschaftliche Gründerzeithäuser.

Besonders gut hat mir das alte Post und Telegraphenamt aus dem Jahre 1890 gefallen.

Kulinarischer Genuss
Wohl jeder der nach Bad Ischl kommt macht einen Abstecher in eines der beiden Cafe Zauner. Beide liegen nah beieinander, sodass man auf seinem Weg durch die Stadt mindestens an einem vorbei kommt und einen kleinen Abstecher hinein wagen kann.
Die Spezialität des Hauses sind die sogenannten Zauner Stollen. Eine Masse aus Oblaten und Nougat, die mit dunkler Schokolade umhüllt sogar vegan ist. Es war Mittagszeit, es hat geregnet, wir waren frustriert – da kann man schon mal über die außerordentlich horrenden Preise hinweg sehen und zuschlagen im Cafè. Gerade als wir unseren süßen Teller auf einer der Brücken über der Traun ausgepackt haben, hat es übrigens aufgehört zu regnen. Eindeutig ein Zeichen Gottes mehr Schokolade zu essen 😀

Kaiservilla
Oh man also das war ein anderes Thema. Meine Mama wollte zu gern mal in den Garten der Kaiservilla und maps.me hatte mir auch einen Weg dort hin angezeigt, allerdings kamen wir dort nicht rein und mussten dann zum offiziellen Eingang weiterlaufen, wo schnell klar wurde, warum man nirgends anders rein kam, denn das ganze kostet Eintritt und das nicht mal wenig. Man kann dabei wählen ob man nur in den Park will oder sich Park und Villa ansehen will.

Da die Schlange bis zum Mond ging entschieden wir uns für Variante 3 und sche**en auf die Kaiservilla. Kaiservilla dann eben ohne uns. Guckt euch mal die Bilder dazu bei Google an. Also ganz ehrlich – wenn man kein Hardcore Sissi oder Franzl Fan ist und einmal in derem Schlafzimmer stehen will, dann kann man sich wohl getrost die lange Wartezeit und den hohen Preis sparen. Andere Ecken von Bad Ischl haben auch schöne Parks.
Parks
Wie z.B. den Sissi Park. Dieser wurde am Ufer der Traun anlässlich irgendeiner Gartenschau vor ein paar Jahren angelegt und wirkt deshalb noch recht modern. Highlight darin ist wohl ein Aufsteller von einem Rasen mähenden Kaiser Franzl und einer Sissi bei der Gartenarbeit.

Aber auch sonst lohnt sich ein kleiner Spaziergang abseits der Touristenströme durch den Park um wieder frische Energie zu tanken.

Kurpark
Hier hat es mir persönlich am Besten gefallen. Leider steht das alte Kurhaus seit einer Weile leer. Dennoch wird der Park drum herum wunderschön bepflanzt.

Auf einer der vielen Bänke verweilen, ein Eis naschen oder den Kindern beim spielen auf dem Spielplatz zusehen. Ein netter ruhiger Platz innerhalb des quirligen Ortes.

Ausflugstipps
Konnten wir leider aus Wetter und Zeitgründen nicht selbst machen – würde ich euch aber dennoch wärmstens ans Herz legen.
Siriuskogel – ein kleiner Hausberg von nur knapp 600 m auf den man bequem hochwandern kann. Dort oben gibt es ein nettes Ausfluslokal und einen Holzturm von dem aus man eine wunderbare Sicht auf die Stadt hat.

Wenn man höher hinaus will, dann nimmt man die Bergbahn zur 1400 m hohen Katrin. Dort oben soll es auch ganz herrlich sein mit vielen kleinen Wanderwegen und Gastwirtschaften. Mir hat schon die Werbung dazu im Vintage Stil extrem gut gefallen. Bei mehr Zeit und besserem Wetter wäre ich wohl schon allein wegen der Werbung mal dort hoch gefahren.

Fazit
Es weht schon so ein gewisses kaiserliches Flair durch den Ort. Alles ist sehr nett angelegt und gepflegt. Die herrschaftlichen alten Häuser berichten von (besseren) Zeiten und generell hat hier alles eher weniger mit der typischen ländlichen Idylle des Salzkammergutes zu tun. Es wirkt ein bisschen mondäner.

Leider aber auch ganz schön überlaufen, was für mich dann immer so ein KO Kriterium ist. Warum sollte ich in einen overhypten Ort fahren nur weil hier vor 150 Jahren mal der Kaiser gewohnt hat wenn ich irgendwo in der Natur vor einer 150 Jahre alten Holzscheune sitzen und auf die Berge gucken kann. Wisst ihr was ich meine?! Ich brauche das alles nicht wenn ich im Natururlaub in Österreich bin.

Dennoch muss man sagen, dass es wahrscheinlich eine der besten Optionen an einem Regentag ist, da es viele Geschäfte und ein großes Schwimmbad gibt.
St. Gilgen
Ein weiterer Ort in dem der Kaiser wohl mal vorbei geschaut haben soll. Allerdings wird hier irgendwie viel weniger Hype darum gemacht. Das kleine Örtchen am Ende des Wolfgangsee glänzt dafür mit Charme und Urspünglichkeit.
Seepromenade
Von hier aus fahren Ausflugsschiffe zur anderen Seite des Sees und nach St. Wolfgang. Man kann sich selbst kleine Elektroboote ausleihen und den See erkunden oder einfach nur den ganzen Tag in einem der netten kleinen Strandbäder verbringen.

Uns hat am besten der tolle Blick auf den Schafberg gefallen auf dem wir ein paar Stunden davor noch oben waren.

Ortskern
St.Gilgen ist ein herrlich gemütliches unaufgeregtes Örtchen mit alten traditionellen Häusern, hübschen Hotels und Gasthöfen und sicherlich auch ein sehr guter Ausgangspunkt für einen Urlaub im Salzkammergut.

Fazit
Schade, dass wir nur kurz zum Abendessen hier waren, denn wir hatten das Gefühl, dass der Ort genau das zu bieten hat, wonach wir gesucht haben – Ursprünglichkeit und Gemütlichkeit trotz Urlaubsfeeling.

Traunkirchen am Traunsee
Ich wollte hier eigentlich nur wegen diesem einen Bild her.

Kirche
Die Besonderheit des Ortes ist definitiv die Kirche auf dem Hügel auf einer kleinen Halbinsel mit dem atemberaubenden Bergpanorama im Hintergrund.

In dem Fall war es sogar mal so, dass auch der Blick von der Kirche auf den See und die Berge sehr schön war.

See
Auch wieder ein herrlich klarer See zwischen den Bergen, auf dem man jeglicher Art von Wassersport nachgehen kann, auch segeln. Der See bildet so ein bisschen das Ende des Salzkammergutes und der Bergregion, da ab Gmunden das Land wieder flach wird.

Es gibt eine kleine Badeinsel und ein hübsches fotogenes altes Holzbootshaus am Fuße des Kirchberges.

Ort
Also der Ort selbst ist absolut winzig und man ist in 5 Minuten durch, das solltet ihr bei eurem Abstecher hier her bedenken.

Fazit
Der Ausblick auf die Kirche und von der Kirche ist wunderschön. Generell war das Feeling am Traunsee noch mal ein etwas anderes. Vielleicht weil dieser am Rande vom Salzkammergut liegt und eher weniger von Touristen sondern eher von Einheimischen genutzt wird. Alles ist hier viel ruhiger aber dafür auch ein bisschen weniger traditionell, hatte ich zumindest das Gefühl.

Danksagung
Das Salzkammergut ist einfach nur eine absolut herrliche Urlaubsgegend in der das Gras grüner und die Berge höher sind. Alle Leute sind sehr freundlich, das Essen ist lecker und die kleinen Dörfer strahlen so viel Gemütlichkeit aus. So ein Stück heile Welt, das wohl jeder von uns in diesen Zeiten sucht.

Hier findest du sie, die Entschleunigung vom Alltag, die Illusion einer besseren Welt, der Booster der dir all deine negativen Gedanken aus dem Hirn bläst – zumindest so lange du hier bist.

Danke Österreich für deine Gastfreundschaft, für gutes Wetter und für eine Woche inneren Frieden.
